OskarMaria lebt und arbeitet in Frankfurt - hier mit Sohnemann. Wenn freie Zeit fürs Internet bleibt, dann gibt es hier neue Beiträge. Lieblingszitat: "Von den Dreien, Staat, Regierung und Ich - bin ich der stärkste. Das merkt euch!" (Ret Marut aka B. Traven im Ziegelbrenner)
Nachtrag: OskarMaria das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. "Verbrennt mich!" schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, "nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!" Schließlich floh er in die USA - dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York. Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
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Air
Geschrieben von: CharNode
Mittwoch, den 13. November 2002 um 11:06 Uhr
Manchmal fällt es nicht ganz leicht, Bands einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. Und dann gibt es noch die Bands, bei denen es geradezu unmöglich scheint, durch klare Trennung zu einer Entscheidung zu kommen. Genau in letztere Kategorie fällt die Ausnahmeband Air. Die durchaus noch hörbaren Wurzeln der vorangegangenen Indie-Rock-Versuche hinterlassen eindeutige Spuren im sonst so elektronischen Sound. Die Musik selbst liegt irgendwo zwischen Post-Rock und experimenteller Elektronik, immer wieder findet man Gitarren, die Synthesizer-Linien kreuzen, dazu immer ein luftiger Beat, nie zu massiv - einfach ein Sound, der bei jeder Gelegenheit passt und die Stimmung maßgeblich beeinflusst. Foto:Rama
Gegründet 1995 von Nicolas Godin und Jean Benoit Dunckel schickte sich Air an, die erste Single zu produzieren - die dann prompt auch auf einem Sampler des Labels Source in Paris den Weg zu den Hörern fand. Aufgrund der positiven Reaktion der Hörer wurden weitere Singles produziert und auch der Plattenvertrag mit Virgin ließ nicht mehr lange auf sich warten.
1998 kam dann das erste bei Virgin releaste Album heraus - Moon Safari. Leicht eingängige Musik, die so nur von verträumten Künstlern stammen kann. Aber Air beschritt nach dem erfolgreichen Debut - immerhin eine Million verkaufte Scheiben - einen anderen Weg. Man ging mehr in Richtung experimentieren, insgesamt wurde der Sound düsterer. Dies zeichnete sich bereits im SoundTrack zu The Virgin Suicides ab und bestätigte sich endgültig im 2001 erschienenen Folgealbum 10.000 Hertz Legend.
Die Macher des Sounds sind der Meinung, dass sie dadurch ihre Fans nicht enttäuscht haben. Wer Musik im Stil des Debut-Albums hören will, sollte sich ebendieses anhören, für die anderen gibt es die neueren Alben. Trotzdem hat die Musik auch in den neueren Werken auf eigene Weise ihre Mentalität behalten. Die Musik wirkt nie stressig, sondern sehr entspannt, und manchmal eben auch traurig. Sie wirkt an einem sonnigen Tag wesentlich anders, als wenn es draußen regnet und stürmt. Aber immer erkennt man das Gefühl, welches in die (Kunst-)Stücke gelegt wird.
Das letzte Werk - Everybody Hertz - beschäftigte sich nur mit drei Songs vom Vorgänger in verschiedenen Remixen.
Jetzt kann man sich auch bei Amazon mit mp3-Musik eindecken. Die Titel sind mit 256 kBit/s kodiert, angeblich hält das Internet-Versandhaus über fünf Millionen Stücke vorrätig. Will man einzelne Titel herunterladen, dann geht das ohne extra Software. Doch für ganze Alben muss man den Amazon-Downloader installieren. Auch hier wird der Verbraucher wieder unnötig gegängelt. Angeblich gäbe es im Moment 2000 Alben zum Einführungs-Sonderpreis für unter fünf Euro, doch im Gegensatz zu Saturn konnte der Autor keine finden, die seinem Musikgeschmack entsprechen. Selbst olle Kamellen sind deutlich teurer. Keine Ahnung wie sich die mp3-Preisgestaltung im Einzelnen gestaltet: Fast 10 Euro für ein Album, das schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sind ein deutlich überhöhter Preis. Da die Distribution via Internet fast nichts kostet, wird die Beute wahrscheinlich hauptsächlich zwischen Händler und Plattenfirma verteilt. Es wäre interessant zu wissen, wie viel davon bei den beteiligten Künstlern ankommt. Der Lernprozess im Musikbusiness scheint noch nicht abgeschlossen. OskarMaria, 01.04.2009
Kostprobe auf neues Album
Lhasa de Sela, musikalische Grenzgängerin zwischen Mexiko und Kanada, arbeitet an einem neuen Album. Das teilt zumindest ihre Webseite mit, die ansonsten aber kaum etwas inhaltlich zu bieten hat. Das Album soll am 21. April 2009 in Europa erscheinen, mehr Informationen dazu gibt es aber nicht. Als kleine Kostprobe wird allerdings eine Singleauskopplung angeboten, die musikalisch gesehen, Altbekanntes von der Sängerin bietet, die wir aber trotzdem unseren Lesern nicht vorenthalten wollen:
Oskarmaria, 24.03.2009
Musik vom Saturn
Im Internetshop der Kaufhauskette Saturn gibt es bis Ende März Sonderangebote. Alben können für fünf Euros als mp3 ganz ohne Kopierschutz und lästige Zwangssoftware heruntergeladen werden. Der Autor hat den Download-Laden gerade mal getestet. Tatsächlich finden sich auch seltene Titel im Angebot, die es als CDs nicht mehr gibt. Man muss sich registrieren, kann dann per Kreditkarte oder per Lastschrift bezahlen. Nach der Kasse bekommt man einen Link zum Download, den man bis zu drei Mal wiederholen kann. Beim Autor gab es Schwierigkeiten. Die ersten beiden Downloads blieben alle hängen, erst beim Dritten klappte es. Die Geschwindigkeit war allerdings dürftig - immer wieder stockte das Herunterladen und setzte sich erst nach längeren Pausen wieder fort. OskarMaria, 13. März 2009
Fabchannel zieht den Stecker! Gerade erreicht mich die Mitteilung, dass Fabchannel zum 13. März 2009 aufgibt und den Stecker zieht. Das ist schade, denn ich hatte mich als Autor sehr an das Angebot der Holländer gewöhnt und einige Beiträge auf den von Fabchannel mitgeschnittenen Konzerten im Amsterdamer Paradiso aufgebaut. Bitte nutzt die Zeit noch um die drei hervorragenden Konzerte von Calexico, Iron & Wine und Rodrigo y Gabriela Euch anzuhören. Alle drei sind es wert!
Die professionell mitgeschnittenen Konzerte von Fabchannel waren wohl den Musiklabels ein Dorn im Auge. Nach Angaben von Justin Kniest von Fabchannel, hätten immer mehr Labels die Veröffentlichung verboten. So dass für Fabchannel kaum noch interessante Mitschnitte übrig blieben. Doch der Autor vernutet, dass es sicher auch andere kommerzielle Hintergründe gibt, denn Fabchannel lag kein stimmiges Geschäftsmodell zugrunde und hatte wohl auch keinen potenten Investor im Hintergrund. OskarMaria, 06.03.2009